Kurze Häppchen, die in Ihren Alltag passen
Jede Lektion hat eine Kernbotschaft und ein kurzes Video, meist drei bis sechs Minuten. Darunter finden Sie den Lesetext zum Vertiefen, die Kernpunkte, ein paar freiwillige Fragen und einen Wenn-dann-Plan.
Kurze Videos werden eher bis zum Ende angesehen. In einer sehr großen Auswertung von Online-Kursen schauten viele Menschen Videos über neun Minuten nicht einmal zur Hälfte. Wenn Stoff in kleine Abschnitte geteilt ist, fällt das Lernen leichter. Diese Studien stammen überwiegend aus Schule und Hochschule. Für Eltern sind sie nicht eigens geprüft, die Grundsätze lassen sich aber gut übertragen.
Belegt: Quellen anzeigen
Dafür gibt es gute Studien. Die Ergebnisse sind nicht ganz einheitlich.
- Guo, P. J., Kim, J., Rubin, R. (2014) How video production affects student engagement: An empirical study of MOOC videos Proceedings of the First ACM Conference on Learning @ Scale, 41-50 · Beobachtungsstudie (Logdaten)Prüfung laut Dossier: Volltext.
- Noetel, M., Griffith, S., Delaney, O., Harris, N. R., Sanders, T., Parker, P., del Pozo Cruz, B., Lonsdale, C. (2022) Multimedia design for learning: An overview of reviews with meta-meta-analysis Review of Educational Research, 92(3), 413-454 · Meta-Meta-AnalysePrüfung laut Dossier: Abstract.
- Mayer, R. E. (2017) Using multimedia for e-learning Journal of Computer Assisted Learning, 33(5), 403-423 · ÜbersichtPrüfung laut Dossier: Abstract.
Ansehen, anhören oder lesen
Sie entscheiden, wie Sie eine Lektion aufnehmen:
- Ansehen: das Video mit den eingeblendeten Begriffen.
- Anhören: Die Videos sind so gesprochen, dass Sie auch nur zuhören können, zum Beispiel beim Kochen, beim Spaziergang oder im Auto. Die Geschichten in Kapitel 10 sind ohnehin zum Hören gedacht.
- Lesen: Unter jedem Video steht „Text zum Video lesen“. Dort finden Sie alles, was gesprochen wird.
Wenn-dann-Pläne: vom Wissen zum ersten Schritt
Am Ende jeder Lektion schlagen wir Ihnen ein bis zwei Wenn-dann-Pläne vor. Mit „Merken“ heben Sie sich einen Plan auf. Sie können auch einen eigenen schreiben.
Vorsätze nach dem Muster „Wenn Situation X eintritt, dann tue ich Y“ helfen Menschen, ihre Ziele zu erreichen. Eine große Metaanalyse mit 94 Untersuchungen fand dafür einen mittleren bis großen Effekt. Im Alltag ist der Effekt vermutlich etwas kleiner als in den Studien, und neuere Übersichtsarbeiten haben wir noch nicht geprüft.
Belegt: Quellen anzeigen
Dafür gibt es gute Studien. Die Ergebnisse sind nicht ganz einheitlich.
So gelingt ein guter Plan:
- Eine konkrete Situation im Wenn-Teil. Nicht „irgendwann“, sondern „Wenn mein Kind nach der Schule die Tasche in die Ecke wirft“.
- Ein kleiner Schritt im Dann-Teil. Etwas, das Sie auch an einem schweren Tag schaffen.
- Ein Plan auf einmal. Lieber einer, der wirklich passiert, als fünf, die auf dem Zettel bleiben.
Fragen, die beim Erinnern helfen
Nach jeder Lektion gibt es zwei bis drei kurze Fragen. Sie sind freiwillig und keine Prüfung. Zu jeder Antwort bekommen Sie eine Erklärung, auch dann, wenn Sie danebenliegen.
Wer sich Gelerntes selbst ins Gedächtnis ruft, behält es besser als durch bloßes Wiederlesen. Das zeigen mehrere große Metaanalysen. Eine Rückmeldung zur Antwort verstärkt den Effekt.
Gut belegt: Quellen anzeigen
Dafür gibt es starke Forschung, zum Beispiel Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Übersichtsstudien.
- Yang, C., Luo, L., Vadillo, M. A., Yu, R., Shanks, D. R. (2021) Testing (quizzing) boosts classroom learning: A systematic and meta-analytic review Psychological Bulletin, 147(4), 399-435 · MetaanalysePrüfung laut Dossier: Abstract.
- Adesope, O. O., Trevisan, D. A., Sundararajan, N. (2017) Rethinking the use of tests: A meta-analysis of practice testing Review of Educational Research, 87(3), 659-701 · MetaanalysePrüfung laut Dossier: Abstract.
Am Ende jeder Lektion steht außerdem eine Frage zum Nachdenken. Ihre Antwort bleibt nur auf Ihrem Gerät.
Werkzeuge zum Benutzen
Viele Lektionen enthalten ein Werkzeug: zum Beispiel den Gesprächsvorbereiter, den Steckbrief „Über mein Kind“, eine Zielvereinbarung, einen Krisenplan oder die Notfallkarte. Sie füllen die Werkzeuge im Browser aus und können sie als Datei speichern oder ausdrucken.
Ein Werkzeug brauchen Sie fast überall: das Begriffslexikon. Dort sind alle Fachwörter aus dem Kurs in wenigen Sätzen erklärt, von „Nachteilsausgleich“ bis „Hilfeplan“. Sie finden es unter Begriffslexikon und in der Kursübersicht.
WerkzeugBegriffslexikonPausen sind ausdrücklich erlaubt
Sie bestimmen das Tempo. Pausieren, überspringen und später weitermachen ist jederzeit in Ordnung.
Es gibt keine Fristen, keine Countdowns und keinen Zeitdruck. Ihr Stand bleibt erhalten.
Manche Lektionen behandeln schwere Themen, etwa Krisen, Schulvermeidung oder Mobbing. Statt Warnhinweisen steht am Anfang jeder Lektion ein sachlicher Satz, worum es geht. So können Sie selbst entscheiden, ob Sie die Lektion jetzt ansehen oder lieber an einem ruhigeren Tag.
Klassische Warnhinweise vor belastenden Inhalten schützen laut einer Metaanalyse nicht vor starken Gefühlen. Sie erhöhen aber die Anspannung vor dem Inhalt. Eine sachliche Vorschau und eine echte Wahl sind deshalb der bessere Weg. Die meisten Studien dazu wurden mit Studierenden gemacht.
Belegt: Quellen anzeigen
Dafür gibt es gute Studien. Die Ergebnisse sind nicht ganz einheitlich.
Fachleute für belastungssensible Angebote nennen Sicherheit, Transparenz und echte Wahlmöglichkeiten als wichtige Grundsätze. Studien, ob das bei Online-Kursen wirkt, gibt es dazu nicht. Praktisch heißt das: Achten Sie auf sich. Wenn eine Lektion Ihnen zu viel wird, hören Sie auf. Das ist kein Scheitern, sondern ein guter Umgang mit Ihrer Kraft.
Praxiserfahrung: Quellen anzeigen
Studien dazu gibt es kaum. Fachleute empfehlen es aus breiter Erfahrung. Probieren Sie es aus und beobachten Sie, ob es passt.
- Substance Abuse and Mental Health Services Administration (2014) SAMHSA's Concept of Trauma and Guidance for a Trauma-Informed Approach. HHS Publication No. (SMA) 14-4884 Rockville, MD · Konsenspapier einer BundesbehördePrüfung laut Dossier: Volltext über gespiegelte PDF-Kopie.
Wie gut ist das belegt? Die Hinweise erklärt
Wir sagen Ihnen immer, wie gut etwas belegt ist. Auch dann, wenn die Antwort lautet: Das weiß noch niemand genau.
Neben vielen Aussagen sehen Sie ein kleines Schild. Ein Klick darauf zeigt, was die Stufe bedeutet, und die Quellen mit vollständiger Angabe und Link. Am Ende jeder Lektion stehen alle Quellen noch einmal gesammelt.
Für Aussagen aus der Forschung gibt es fünf Stufen:
- Gut belegt: Dafür gibt es starke Forschung, zum Beispiel Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Übersichtsstudien.
- Belegt: Dafür gibt es gute Studien. Die Ergebnisse sind nicht ganz einheitlich.
- Erste Hinweise: Es gibt erste Studien, aber noch wenige. Probieren Sie es aus und beobachten Sie, ob es Ihrem Kind hilft.
- Praxiserfahrung: Studien dazu gibt es kaum. Fachleute empfehlen es aus breiter Erfahrung. Probieren Sie es aus und beobachten Sie, ob es passt.
- Umstritten: Fachleute sind sich hier nicht einig. Wir zeigen Ihnen beide Seiten.
Für Recht und Behörden gibt es zwei weitere Schilder:
- Rechtsgrundlage: So steht es im Gesetz, in einer Verordnung oder einer Gerichtsentscheidung. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
- Amtliche Information: So beschreibt es eine Behörde, zum Beispiel ein Schulministerium oder eine Bezirksregierung. Einzelheiten können sich vor Ort unterscheiden.
Je ein Beispiel aus dem Kurs
Die folgenden Aussagen zeigen, wie die Schilder im Kurs aussehen. Klicken Sie ruhig darauf.
Gut belegt (Sie haben das Beispiel oben schon gesehen): Sich Gelerntes selbst ins Gedächtnis zu rufen hilft beim Behalten.
Belegt: Wenn-dann-Pläne helfen beim Umsetzen, siehe oben.
Erste Hinweise: In einer kleinen Studie mit 88 Familien schlossen deutlich mehr Eltern ein Online-Programm ab, wenn es motivierend gestaltet war, als bei der schlichten Fassung mit gleichem Inhalt. Das ist eine einzelne, kleine Studie. Praktisch heißt das für Sie: Nutzen Sie, was Ihnen das Dranbleiben leichter macht, zum Beispiel den Fortschritt in der Kursübersicht, und lassen Sie weg, was Sie stört.
Erste Hinweise: Quellen anzeigen
Es gibt erste Studien, aber noch wenige. Probieren Sie es aus und beobachten Sie, ob es Ihrem Kind hilft.
- Baumel, A., Brandes, O., Brendryen, H., Muench, F., Kane, J. M., Saar, C. (2023) The impact of therapeutic persuasiveness on engagement and outcomes in unguided interventions: A randomized pilot trial of a digital parent training program for child behavior problems Internet Interventions, 34, 100680 · Pilot-RCTPrüfung laut Dossier: Abstract.
Praxiserfahrung: Pausen und echte Wahlmöglichkeiten, siehe oben.
Umstritten: Viele Eltern erleben den Austausch mit anderen Eltern als sehr wertvoll. Eine große Übersichtsarbeit konnte aber keine klare messbare Wirkung auf Belastung oder Lebensqualität zeigen, und auch keinen Schaden. Wenn Ihnen ein solcher Austausch guttut, ist das ein guter Grund, ihn zu nutzen.
Umstritten: Quellen anzeigen
Fachleute sind sich hier nicht einig. Wir zeigen Ihnen beide Seiten.
- Sartore GM, Pourliakas A, Lagioia V (2021) Peer support interventions for parents and carers of children with complex needs Cochrane Database Syst Rev 12:CD010618 · Cochrane-ReviewPrüfung laut Dossier: PubMed.
Rechtsgrundlage: Die KI-Verordnung der Europäischen Union verlangt, dass Bild-, Ton- und Videoinhalte, die mit KI erzeugt wurden und echten Personen täuschend ähneln, als solche offengelegt werden (Art. 50 KI-Verordnung). Deshalb steht am Anfang jedes Videos, dass Bild und Stimme der Moderation mit KI erzeugt wurden.
Rechtsgrundlage: Quellen anzeigen
So steht es im Gesetz, in einer Verordnung oder einer Gerichtsentscheidung. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), insb. Art. 3 Nr. 4 und 60, Art. 50, Art. 113. ABl. L, 12.7.2024 · RechtsaktPrüfung laut Dossier: Wortlaut.
Amtliche Information: In Nordrhein-Westfalen gibt es in den Kreisen und kreisfreien Städten schulpsychologische Beratungsstellen. Sie beraten auch Eltern. Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und freiwillig.
Amtliche Information: Quellen anzeigen
So beschreibt es eine Behörde, zum Beispiel ein Schulministerium oder eine Bezirksregierung. Einzelheiten können sich vor Ort unterscheiden.
Warum wir das so machen
Ehrlich zu sagen, wo Wissen unsicher ist, kostet in Studien kaum Vertrauen. Ausgewogene Informationen werden mindestens so vertrauenswürdig erlebt wie Botschaften, die nur überzeugen wollen. Allerdings wirkt ein Hinweis auf schwache Forschung oft abschreckender, als er gemeint ist. Deshalb schreiben wir bei „Erste Hinweise“ und „Praxiserfahrung“ immer dazu, was das für Sie praktisch bedeutet.
Belegt: Quellen anzeigen
Dafür gibt es gute Studien. Die Ergebnisse sind nicht ganz einheitlich.
- van der Bles, A. M., van der Linden, S., Freeman, A. L. J., Spiegelhalter, D. J. (2020) The effects of communicating uncertainty on public trust in facts and numbers PNAS, 117(14), 7672-7683 · 5 Experimente inkl. FeldexperimentPrüfung laut Dossier: Abstract.
- Kerr, J. R., Schneider, C. R., Freeman, A. L. J., Marteau, T., van der Linden, S. (2022) Transparent communication of evidence does not undermine public trust in evidence PNAS Nexus, 1(5), pgac280 · 2 vorregistrierte ExperimentePrüfung laut Dossier: Abstract.
- Schneider, C. R., Freeman, A. L. J., Spiegelhalter, D., van der Linden, S. (2022) The effects of communicating scientific uncertainty on trust and decision making in a public health context Judgment and Decision Making, 17(4), 849-882 · 3 ExperimentePrüfung laut Dossier: Abstract.
Ein Hinweis noch zu Geschichten und Beispielen: Kästen mit der Überschrift „Beispiel“ haben wir zur Erklärung zusammengestellt. Echte Erfahrungen von Eltern und Fachleuten sind immer als solche gekennzeichnet. Sie helfen beim Verstehen, beweisen aber nicht, dass etwas wirkt.
Wenn es gerade brennt
In der Kursübersicht steht ganz oben der Knopf „Es brennt gerade“. Er führt Sie direkt zur Lektion Erste Hilfe: Was in den nächsten Tagen zählt, mit den ersten Schritten und den wichtigsten Telefonnummern. Diese Lektion und die Notfallkarte sind für alle frei zugänglich, auch ohne Kauf.
WerkzeugNotfallkarteIhr nächster Schritt
Überlegen Sie, wann in Ihrer Woche ein kleines Zeitfenster ist, und nehmen Sie sich dort Ihre nächste Lektion vor. Wenn Sie Ihren persönlichen Weg noch nicht erstellt haben, holen Sie das in der Lektion Ihr persönlicher Weg nach.